Von ÖKS15 zu Klimaszenarien.AT

Wetter und Klima haben einen beträchtlichen Einfluss auf unseren Alltag, unsere Umwelt sowie unsere Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Um bestmöglich auf die Risiken aber auch Chancen von Klimaveränderungen vorbereitet zu sein, benötigt man Abschätzungen über den zukünftigen Zustand des Klimas.

Mit den Österreichischen Klimaszenarien 2015, kurz ÖKS15, wurde ein Meilenstein in der österreichischen Klimafolgenforschung und Klimawandelanpassung gelegt. Basierten davor nationale und regionale Studien auf unterschiedlichen Quellen, vereinheitlichten die ÖKS15 Szenarien diese Grundlage und schufen die state-of-the-art Datenquelle für österreichische Klimaszenarien.

Dies hatte zur Folge, dass die Resultate der Studien vergleichbarer wurden. Durch die Relevanz der ÖKS Daten im Rahmen der Klimawandelanpassungsstrategien des Bundes, der Länder und der Regionen und Gemeinden stieg zudem die Nutzung der Daten und Anwendungen stetig.

Seit der Veröffentlichung der ÖKS15 Daten kam es zu wesentlichen klimapolitischen Entwicklungen (vergleiche etwa den Vertrag von Paris 2015), aber auch forschungs- und faktenbasierten Neuerungen, wie den neuesten Sachstandsbericht (AR6) des IPCC und die zugrundeliegenden neuesten Klimamodellierungen.

Abbildung 1: Entwicklung von ÖKS15 zu ÖKS26
Entwicklung von ÖKS15 zu ÖKS26. Quelle: CCCA

Idee und Zielsetzung

Um diesen neuen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen und Anforderungen aber auch dem aktuellen Stand der Klimaforschung Rechnung zu tragen, sollen nun unter dem Dach des CCCA und unter der Leitung der GeoSphere Austria und des CCCA Servicezentrums neue Klimaszenarien für Österreich erstellt werden.

Ziel ist es, zwischen 2022 und 2026 alle relevanten Forschungsakteure in Österreich im Rahmen der CCCA Initiative Klimaszenarien.AT zusammenzuführen und gemeinsam mit den späteren Nutzer:innen möglichst anwendungsorientierte aber gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Klimaszenarien für die Jahre 2026+ zu erzeugen.

Dabei wird in der nächsten Generation der österreichischen Klimaszenarien besonderer Wert auf die Topographie von Österreich und die entsprechenden Herausforderungen von Klimamodellen in Gebirgsregionen gelegt. Die neuen Daten sollen zudem für den städtischen Raum besser nutzbar sein.

Zentrale Ziele der Klimaszenarien.AT-Initiative umfassen:
  • Weiterentwicklung wissenschaftlicher Exzellenz bezüglich der Österreichischen Klimaszenarien (ÖKS) 
  • Fundierte Abschätzung der Robustheit der Daten der ÖKS
  • Erweiterung des Parameter Sets der ÖKS
  • Intensive und permanente Stakeholderintegration zur Erhöhung der praktischen Anwendbarkeit der ÖKS
  • Veröffentlichung der neuen Österreichischen Klimaszenarien (ÖKS26) als Update und Erweiterung der ÖKS15
  • Internationale Kooperation bei der Erstellung der neuen Österreichischen Klimaszenarien in Bezug auf Wissens- und Methodenaustausch und bei der Entwicklung gemeinsamer Kommunikationsstrategien.

Weitere Informationen über die Entwicklung und Ziele der Klimaszenarien.AT Initiative finden Sie auch in den Überblicksfolien.

 

Rahmenaufgaben und Prozess

Klimaszenarien.AT ist eine institutionenübergreifende Initiative zur Zusammenführung und Koordinierung von Forschungsaktivitäten in der österreichischen Klimaforschungscommunity, die es zum Ziel hat, aus den Projektergebnissen ein neues Set an Klimaszenarien für Österreich abzuleiten.

Um die Ziele der Initiative zu erreichen, werden zwei Rahmenaufgaben definiert, Gesamtkoordination (A) und Steuerung eines Nutzer:innen-zentrierten Community Prozesses (B). Diese Aufgaben werden während der gesamten Laufzeit von etwa 5 Jahren organisiert. Die konkrete Forschung und Entwicklung der Klimaszenarien sowie die zentrale Informationsaufbereitung findet innerhalb von Forschungsprojekten in zwei Phasen statt:

Phase 1: Wissenschaftliche Erstellung und Begleitforschung zu Klimaszenarien

Phase 2: Klimainformation und Kommunikation

Phase 1 und 2 gemeinsam stellen den transdisziplinären Prozess zur Informationsdistillation dar, der eine frühe Einbindung von Nutzer:innen vorsieht und auf der gemeinsamen Co-Kreation von Wissen durch Forschung und Praxis aufbaut. Zur Koordination der beiden Rahmenaufgaben – Gesamtkoordination und Community Prozess – wurde das ÖKS Steering Committee gegründet. Das ÖKS Steering Committee beabsichtigt die Koordinierung, Planung und Entwicklung regelmäßiger Updates der österreichischen Klimaszenarien unter Einbindung des CCCA Vorstandes und in Abstimmung mit der CCCA Community sowie mit relevanten Stakeholdern, Praktiker:innen und verschiedenen Gruppen von Nutzer:innen.

Abbildung 2: Organisationsstruktur und Informationsentwicklungsprozess der Klimaszenarien.AT-Initiative zur Erstellung nutzerrelevanter Klimainformationen
Organisationsstruktur und Informationsentwicklungsprozess der Klimaszenarien.AT-Initiative zur Erstellung nutzerrelevanter Klimainformationen. Quelle: CCCA